Baden im Eisbach und in der Isar? Ja, aber …

Schwimmen im Eisbach

Die Hitze der Stadt ist im Sommer brutal … und bevor das Leben frei nach Fendrich zur Qual wird, suchen wir Abkühlung im Wasser. Wer nicht gern ins Schwimmbad geht und nicht weit rausfahren will, schätzt die Isar und die Bäche im Englischen Garten.

Damit das Spaß macht, muss es schon richtig heiß sein, denn die Temperatur der Isar liegt in München immer einige Grad unter den oberbayerischen Seen, die Temperaturdifferenz zu flachen Weihern ist noch größer. Die aktuelle Wassertemeratur der Isar gibt es u.a. hier.

Auch in den Bächen des Englischen Gartens ist es sehr frisch, weil das Wasser aus der Isar ausgeleitet wird und an der Eisbachwelle in den Park strömt. Meistens ist vom Eisbach die Rede, wenn es um die Bäche im Englischen Garten geht, denn dass der westliche und etwas seichtere Arm (siehe Foto) genau genommen Schwabinger Bach heißt, wissen viele gar nicht.

Wie gefährlich sind Eisbach und Schwabinger Bach?

Das Baden im Englischen Garten ist genau genommen nicht erlaubt, es wird nur toleriert. Man muss sich also selbst darum kümmern, Risiken einzuschätzen und damit umzugehen. Den eigentlichen Eisbach, der auf der Ostseite durch den Park fließt (Bild unten), kann man nicht wirklich empfehlen, hier ist man den Kräften des schnell strömenden Wassers ausgeliefert und kann kaum steuern, wie weit man den Bach hinuntertreibt.

Schwimmer im Eisbach im Englischen Garten

Deutlich zahmer ist der Schwabinger Bach, der südwestlich am Monopteros vorbei fließt. Hier ist das Wasser nicht so tief und fließt nicht so schnell, man kann sich der Strömung auch widersetzen und im Wasser herumstehen, das teils bis zu den Knien, teils bis zu den Hüften reicht. Wer hier mit Schwung hineinspringt, schlägt unsanft am Boden auf – das sollte man also lassen. Den Schwabinger Bach kann man sich aber relativ sanft hinuntertreiben lassen und an den tieferen Stellen ein wenig schwimmen. An den seichten Stellen kann man recht gut aus dem Wasser steigen, wenn man die Steine der Uferverbauung beachtet. Für kleine Kinder ist der Bach trotzdem nicht geeignet.

Es kommt aber ab und zu vor, dass jemand Flaschen oder gar Sperrmüll in die Bäche wirft. Ein kritischer Blick ins Wasser lohnt sich also, wenn man an einem sonnigen Tag zu den ersten gehört, die in den Schwabinger Bach steigen, denn Badeschuhe schützen nur vor kleinen Verletzungen. An Stellen, die wegen der starken Strömung oder der wasserbaulichen Anlagen besonders riskant sind, sind Baden-verboten-Schilder aufgestellt.

Als im Frühjahr 2014 vorübergehend das Wasser aus dem Schwabinger Bach abgelassen war, haben die Stammgäste des ehemaligen Nackerten-Ufers angeblich mehrere Kilo Scherben aus dem Bachbett herausgeholt. Kein Wunder, es gilt als cool, mit der Bierflasche im Bach herumzustehen, und mancher versucht sogar damit zu schwimmen.

Wasserqualität: Wie sauber sind Isar und Eisbach?

Die Isar ist relativ sauber, weil im Oberland keine Industrieabwässer eingeleitet werden. In erster Linie entwässern kommunale Kläranlagen in den Fluss. Um deren Abwasser richtig sauber zu bekommen, wurde vor rund zehn Jahren begonnen, zusätzliche Desinfektionsanlagen zu installieren, die mit UV-Licht die verbliebenen Bakterien abtöten.

Damals war in der Lokalpresse sogar von „Badewasserqualität für die Isar“ die Rede. Doch dieses Ziel war ein bisschen zu ehrgeizig: Bei Gewitterschauern und Platzregen kann es immer noch passieren, dass Kläranlagen überlaufen oder Gülle von den Feldern in die Isar oder ihre Zuflüsse gespült wird. Wer also viel Wert auf sauberes Wasser legt, sollte nicht in der Isar und im Englischen Garten baden, nachdem es im Oberland stark geregnet hat.

Auch die Kanalisation der Stadt München hat Regenüberläufe, die bei besonders intensivem Regen geöffnet werden mit etwas Abwasser vermischtes Regenwasser in die Isar einleiten. Aber das ist nur im nördlichen Teil der Stadt und an einigen Tagen im Jahr der Fall, und dann ist auch nicht unbedingt Badewetter. Andererseits können im Englischen Garten auch bei schönem Wetter einige Hinterlassenschaften der Wasservögel hinzukommen, die sich vor allem im Seitenarm hinter dem Haus der Kunst tummeln.

Baden in der Isar

Der bekannteste Isarstrand ist der Flaucher und der Bereich um die Tierparkbrücke. Aber auch Kiesufer in der Innenstadt am Deutschen Museum werden genutzt, und weiter im Münchner Norden nahe am Englischen Garten finden sich ebenfalls einige Badeplätze.

Isar unter dem Oberföhringer Wehr

Das Foto zeigt den Blick vom Oberföhringer Wehr in Fließrichtung stadtauswärts. Während sich das Baden im Bereich oberhalb des Wehrs in jedem Fall verbietet, weil hier Wasser in den Mittleren Isarkanal abgeleitet wird und einen mächtigen Sog entwickelt, ist die große Kiesbank unterhalb des Wehrs bei den Münchnern recht beliebt: Man kann vom Ufer hinüber waten, sich sonnen und ab Spätnachmittag im Schatten liegen. Aber auch hier sollte man von den Bauten und Anlagen respektvollen Abstand halten, denn Strömungen und Wasserwalzen unter der Oberfläche sieht man nicht.

Das vorletzte große Hochwasser hat die Kiesbank stark verkleinert, ein weiteres Hochwasser hat auch Baumstämme im Flussbett hinterlassen. Daran sieht man, dass die Isar immer noch ein Wildfluss ist – der keltische Name Isaria bedeutet „die Reißende“. Da wäre der Status eines offiziellen Badegewässers doch fast unwürdig, oder?

A propos Hochwasser: In dieser Situation verbietet sich das Baden in der Isar und ihren Nebengewässern von selbst. Denn das Wasser im Flußbett steht nicht nur höher, es strömt auch viel schneller und reißt Bäume und diverse Gegenstände mit sich. Deshalb kommt auch eine Fahrt mit dem Schlauchboot auf der Isar nicht in Frage.

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Aktualisiert am 23. Juni 2016