
Letzte Nacht wurde das israelische Restaurant „Eclipse“ in der Münchner Maxvorstadt angegriffen: Nach Betriebsschluss gingen mit lautem Knall zwei Fensterscheiben durch Pyrotechnik zu Bruch, Polizei und Staatsschutz ermitteln.
Als ich heute Nachmittag kurz vorbei schaute, stand ein Gastronom vor der Tür, dann kam ein Radfahrer vorbei und stieg ab … Er überreichte dem Gastronomen einen Blumenstrauß, um dem Angriff und dem etwas trostlosen Anblick der zugeklebten Scheiben etwas entgegen zu setzen.
Die Solidaritäts-Kundgebung vor dem Eclipse
Für 17 Uhr wurde in Online-Medien zu einer Solidaritäts-Kundgebung aufrufen, die vor dem Restaurant in der Schwindstraße (Ecke Heßstraße) stattfand. Es kamen schätzungsweise über 200 Personen. In der Menschenmenge waren mehrere weiße Regenschirme der „Omas gegen Rechts“ zu sehen, einige rote Ver.di-Flaggen und einzelne Schilder. Auf einem großen Schild stand: „Jews should not be alone in the fight against antisemitism“.

Als Vertreterin der Politik sprach die Stadträtin und Grüne Fraktionsvorsitzende Mona Fuchs über die Häufung derartiger Angriffe. Außerdem sprachen der Organisator Guy Katz, der Kabarettist Christian Springer und ein Vertreter des Restaurants. Der Aktivist Prof. Guy Katz betonte, bei der Kundgebung und im Lokal gehe es nicht um Israel oder um Gaza, das Lokal sei völlig unpolitisch – „die machen Hummus und Falafel“. Er wisse das, denn er habe schon vergeblich versucht, die Gastronomen in politische Aktivitäten einzubinden (das Publikum lachte). Mehrere Medienvertreter waren anwesend, darunter die Nachrichtenagentur DPA.
Das Lokal – die Eclipse Grillbar – lässt sich von dem Angriff übrigens nicht aufhalten, ist geöffnet und freut sich über Besuch. Nach der Kundgebung blieben gleich einige Teilnehmer zum Abendessen. Und Christian Springer hatte dazu aufgerufen, demnächst mit Freunden einen Tisch zu reservieren.