
Dieser Screenshot zeigt einen Ausschnitt aus einer Karte im Geoportal der Stadt München, die einen guten Überblick über den aktuellen Stand der Bauvorhaben und laufenden Projekte gibt. Nicht jedes Neubaugebiet oder jede größere Nachverdichtung ist ein großes Politikum, sodass man einiges gar nicht richtig mitbekommt, oder nur einseitig als positive Nachricht.
Im Geoportal kann man die gesamte Stadt betrachten und seitlich eine Legende ausklappen. Die blau und grün hervorgehobenen Flächen markieren die aktuellen Bauvorhaben, die blauen sind noch in der Planungsphase. Es handelt sich nicht nur um Wohngebiete, sondern auch um Büroflächen, die weitere Firmen und Arbeitskräfte anziehen werden. (Seen und Parks sind in anderen Blau- und Grüntönen gehalten, Wiesen und Felder sind blassgrün.)
Unweit der Maxvorstadt: Kreativquartier und Tucherpark
Die größten Vorhaben hier in der Umgebung der Maxvorstadt sind das „Kreativquartier“ an der Dachauer Straße und die Nachverdichtung im Tucherpark am Englischen Garten. Immer noch lesenswert ist mein Blogartikel Dachauer Straße – ein Kreativquartier für die Kunst? Damals hatte ich bei den Architekturtagen an einer Führung teilgenommen. Das das Missverständnis, was eigentlich „Kreativwirtschaft“ ist, dürfte bei vielen bis heute bestehen.
Über die sehr umstrittene Nachverdichtung des denkmalgeschützten Tucherparks auf Kosten des Englischen Gartens informierte das Portal Moloch München detailreich. Bemerkenswert finde ich, dass das Vorhaben im Bezirksausschuss nur eine einzige Gegenstimme bekam, während im Stadtrat die gesamte Opposition gegen die Nachverdichtung durch den Investor stimmte. (Sonst ist ja eher der Stadtrat bürgerfern bis schmerzbefreit, wenn es um Bauvorhaben geht.)
Ganz weit draußen – die Stadtentwicklungsmaßnahme (SEM)
Zurück zum Geoportal: Die großen schraffierten Flächen stehen für die beiden Untersuchungsgebiete zur „Stadtentwicklungsmaßnahme“ (SEM) nach dem Baugesetzbuch. Mitten im Wahlkampf hat Dieter Reiter die gesamte SEM überraschend gecancelt, vermutlich um den Weg frei für eine Rot-Schwarze Koalition zu machen, denn die Grünen halten an der SEM fest. Großflächig bauen will die SPD trotzdem, und zwar mit privaten Grundstückseignern, also vor allem den Landwirten, denen der Grund gehört. Das sind dann auch die wesentlichen Unterschiede zwischen Grünen, SPD, CSU und FDP – also vor allem, mit wem man dort große Neubaugebiete dort anstrebt.
Einen guten Überblick über das SEM-Planungsgebiet gibt mein Zeitungsartikel vom Juni 2024, darin habe ich von einer Informationsveranstaltung des Planungsreferats in Feldmoching berichtet: Große Neubaugebiete im Münchner Norden? („SEM Nord“). Das ist weiterhin aktuell, denn die Konflikte mit dem Naturschutz und dem Stadtklima bestehen unabhängig davon, welche Eigentümer und Projektpartner bauen möchten.
Den Zeitungsartikel habe ich nachträglich auf meiner anderen Münchner Internet-Seite veröffentlicht, die ich eigentlich dem alten Eggarten im Münchner Norden gewidmet habe. Schauen Sie doch mal selbst rein – auf einen virtuellen Eggarten-Spaziergang oder bei Gelegenheit persönlich. Laut Planungsreferat soll der Bebauungsplan für 1850 Wohnungen im Herbst fertig sein und dem Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt werden.