Irdische Unsterblichkeit – Pinhole Fotografie

Die Fotogalerie f5,6 eröffnete am Freitag die Ausstellung von Hanns Zischler: Er nimmt seine Landschaftsbilder mit einer Lochkamera auf, die auch unter den Namen Camera obscura oder Pinhole Camera bekannt ist. Das ist eine frühe fotografische Technik, die ohne optische Linse auskommt und noch in der Kunst verwendet wird.

Mit der Lochkamera wird meistens in Schwarzweiß gearbeitet. Zischler setzt auf Farbfilme – je nach Motiv auf kühle Farben von Fuji oder auf wärmere von Kodak. Der Künstler verwendet Rollfilme und experimentiert auch mit abgelaufenem Filmmaterial. Die Belichtungszeit liegt je nach Lichtverhältnissen zwischen 90 Sekunden und mehreren Stunden. Das heißt also, dass diese Fotos keine Momentaufnahmen mehr sind, sondern eine längere Zeitspanne in einem einzigen Bild verdichten.

Hanns Zischler vor seinem Pinhole-Foto

Bild: Hanns Zischler erklärt die Pinhole-Technik vor seinem Bild „Letzte Süße“

Bewegungen, die während der Aufnahme geschehen, zum Beispiel ziehende Wolken oder Pflanzen im Wind, werden verwischt oder schemenhaft abgebildet. Der Himmel oder Pflanzen zeigen sich den Betrachtenden ganz anders als aus der Fotografie und der Realität gewohnt. Dazu trägt auch die zirkuläre Tendenz bei, die sich aus dem Weitwinkel von 105 Grad ergibt: Die Bilder haben einen gewissen Sog.

Die Ausstellung von Hanns Zischler in der Galerie f5,6 ist noch bis 26. Oktober 2013 zu sehen. Die gezeigten Bilder finden Sie auch auf der Website der Galerie.

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