Wohnungsleerstand in München – ein Thema?

Wohnungsleerstand - Plakat der JU

In der Zieblandstraße ist frisch plakatiert – Farben und Bildsprache lassen mich zuerst an die Linkspartei denken. Doch das Plakat gehört zur Kampagne „Koa Bude dank Ude“ der Jungen Union. Das zugehörige Facebook-Profil sammelt Artikel und Videos rund um das Thema Wohnungsleerstand. Die Aktionen stellen aber andere auf die Beine – ein Überblick.

Aktivisten mit dem schönen Namen „Goldgrund Immobilien“ renovierten im März 2013 symbolisch eine Wohnung in der Müllerstraße 6 (Google Maps) im Glockenbachviertel und produzierten ein Video. Dahinter standen einige Promis, die sich nicht damit abfinden wollten, dass das Haus abgerissen werden sollte:


Im Herbst bot Goldgrund eine fiktive Stadtrundfahrt für Immobilienspekulanten auf. Die Süddeutsche berichtete wohlwollend (man gebe „Leerstand“ oder „Goldgrund“ in die Online-Suche ein), zumal einer ihrer Redakteure selbst bei Goldgrund involviert war.


Was die Stadt betrifft, so kam sie durch die steigende Aufmerksamkeit in Zugzwang – leere Wohnungen müssen saniert oder übergangsweise belegt werden, bis die langfristige Nutzung geklärt ist. Immerhin steht alle paar Monate eine Wahl an, bei der man derartige Peinlichkeiten nicht brauchen kann.

Auch bundesweit bekam das Thema bereits Aufmerksamkeit. Im Mai 2013 berichtete Report München über leer stehende Wohnungen, die sich im Eigentum diverser Städte und kommunaler Gesellschaften befinden – auch München war mit einigen Objekten vertreten. Der Oberbürgermeister musste eine Bürgerfrage zum Thema beantworten und betonte den vorübergehenden Charakter der Leerstände.


Dann gibt es noch eine praktische Website namens Leerstandsmelder, auf der tausende Objekte eingetragen sind – leere Wohnhäuser, ungenutzte Schulen, freie Gewerbeimmobilien im öffentlichen und privaten Eigentum. München ist dort noch nicht vertreten: Man trifft sich derweil auf Facebook, wo die Initiatorin neulich eine eigene Website für München angekündigt hat. Und hier ist auch schon deutlich mehr los als bei der Jungen Union.

Stand des Artikels: 9. Dezember 2013

2 Gedanken zu „Wohnungsleerstand in München – ein Thema?

  1. Matthias Moritz

    Keine Bude dank Ude… Eine Kampagne der JU.
    Hat die CSU nicht erst kürzlich 32.000 GBW Wohnungen verkauft weil der Freistaat das muss oder wars doch nur ein Missverständniss.
    München kauft momentan übrigens 355 dieser Wohungen zurück.
    Keine Bude dank Ude. Eine so über die Maßen perfide Kampagne hab ich noch nicht gesehen!

    (In der Müllerstraße 6 wollte die Stadt übrigens Sozialwohungen bauen. Bei den Protesten ging es um den Boltzplatz hinter der Glockenbachwerkstatt und nicht um die leeren Wohnungen.)

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    1. Irene Gronegger Beitragsautor

      Bevor du dich ärgerst: Die Kampagne der JU, die außer dem chicen Plakat keine eigenen Inhalte bringt, scheint nicht gerade reinzuhauen – schau dir mal die Zahl der Facebook-Likes an (oben nachgetragen, letzter Satz) und vergleich mit dem Leerstandsmelder München. Die Leute nehmen das wohl nur als Wahlkampf wahr, oder die Zielgruppe der Jungen Union findet das Plakat nicht so interessant wie ich, weil es zu links aussieht ;-)

      Die Renovierungsaktion von Goldgrund (erstes Video) war doch in der Müllerstraße 6 (also über den Pedalhelden, wo neulich die Diskussionsrunde war)? Dieses Haus müsste laut Stadt eigentlich saniert werden, so eine Schnellrenovierung wie im Video taugt demnach nur als Übergangslösung.

      Sicher geht es bei dem Thema nicht um sehr große Zahlen, aber die Leute ärgert es trotzdem. Und für die vereinzelten Bewohner, die in den Häusern bleiben, ist es unangenehm ohne Nachbarn, vor allem im Winter.

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