Archiv des Autors: Irene Gronegger

Goethes Faust mal ganz anders: Dr. Faust jun.

Dr. Faust jun. in der Reithalle

Was uns die Deutschlehrerin einst nicht verraten hatte: Goethes unvermeidlichen Faust gibt es auch als Parodie und Operette! Im Jahr 1869 schuf der französische Komponist Hervé das Stück „Le petit Faust“, das als Vorlage für „Dr. Faust jun.“ diente. Diese deutsche Version wird ab kommendem Samstag in der Münchner Reithalle aufgeführt. Da steigt dann schon mal ein Soldat aus der Suppenschüssel, und Faust verliert wegen der Liebe den Verstand.

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Ein Blick auf die Tiefgarageneinfahrt am Josephsplatz

Tiefgaragenzufahrt am Josephsplatz

So sieht sie aus, die Zufahrt zur fast fertigen Anwohner-Tiefgarage, die die Freunde des Josephsplatzes eher Tiefgaragenmonster nennen. So ganz ohne Begrünung sieht es tatsächlich etwas monströs aus. Hinzu kommt, dass sich schräg gegenüber, also vor der Kirche, der Tiefgaragenausgang aus dem Platz erhebt. Von der Bepflanzung ist noch nichts zu sehen, die Fenster am Bauzaun geben den Blick auf die glatte Decke der Tiefgarage frei. Die Bäume im Hintergrund stehen am Lift zur U-Bahn, die zwischen Josephskirche und Tiefgarage verläuft.

Konzert von Wham Bam Bodyslam in der Kulturjurte

Wham Bam Bodyslam in der Kulturjurte

Nachdem der Regen doch noch ein Ende hatte, schafften es einige Gäste zum Konzert ins so genannte Kreativquartier: Die Band Wham Bam Bodyslam spielte in der Kulturjurte, die noch etwa bis Ende Mai zwischen den Hallen aufgebaut ist. In dieser Wohnzimmeratmosphäre brachten die fünf Österreicher das kleine Publikum mit ihrem Folk Punk in beste Stimmung – mit Saiteninstrumenten, Schlagzeug und Mundharmonika.

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Der Streit um die Stolpersteine in München

Viele Münchner kennen die kleinen Messingplatten aus dem Fernsehen oder aus anderen Städten: Die Stolpersteine erinnern an Opfer des Nationalsozialismus, meist direkt vor den Häusern, in denen sie lebten, bevor sie verhaftet wurden.

Die Stolpersteine sind ein dezentrales Mahnmal, das der Künstler Gunter Demnig entwickelt hat. Ihre Qualität liegt darin, dass die Betrachter im Alltag und oft an unerwarteter Stelle darauf stoßen und die eingravierten Namen lesen.

Erinnerung auf dem Fußboden

Gedenktafeln an Hauswänden müssten von den Eigentümern der Gebäude genehmigt werden, was bei schwierigen Erinnerungen nicht unbedingt gewünscht ist. Für Verlegungen auf dem Gehweg sind die Kommunen zuständig. Aus diesem Grund wurde auch das Denkmal für den Ministerpräsidenten Kurt Eisner, der 1919 hinter dem Bayerischen Hof erschossen wurde, im Jahr 1989 in den Gehweg der Kardinal-Faulhaber-Straße eingelassen. Ein Stadtführer des DGB-Bildungswerks erklärte einst, dass Kritiker den Rost im Gehweg „Fußabstreifer“ nannten:

Kurt-Eisner-Denkmal

Allerdings ist die Zustimmung der Gemeinden für solche Installationen meist einfacher zu bekommen als die von Hausbesitzern, sodass wohl auch Stolpersteine aus derart pragmatischen Gründen so zahlreich verlegt wurden. Europaweit sind es fast 50.000, die meisten Stolpersteine erinnern an Juden, manche auch an andere Verfolgte. Das Geld stammt aus Spenden, ein Stolperstein aus Demnigs Manufaktur kostet derzeit 120 Euro.

Stolpersteine im Kunstpavillon

In München gibt es keine Stolpersteine im öffentlichen Raum, weil der hiesige Stadtrat die Verlegung nicht genehmigt hat. Man findet sie lediglich auf einigen privaten Grundstücken, drei Stolpersteine wurden im Kunstpavillon im Alten Botanischen Garten untergebracht.

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